Star-Designer Philippe Starck läßt durch künstliche Intelligenz den A.I.Chair entwerfen – ein Allzweckstuhl

24.02.2020
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A.I.Chair, künstliche Intelligenz unterstützt den Designprozess

Stardesigner Philippe Starck hat zusammen mit Programmierern des US-amerikanischen Softwareherstellers Autodesk den A.I.Chair für das italienische Möbellabel Kartell entwickelt. A.I. bedeutet artificial intelligence, künstliche Intelligenz und ist laut Hersteller Autodesk „der erste von künstlicher Intelligenz und Menschen gemeinsam entwickelte Stuhl.“

 

Ersetzt künstliche Intelligenz bald menschliche Kreativität?

Science Fiction? Eine neuartige Technik sicher, das Ziel wie stets: Die optimale Form für zukünftige Produkte entwickeln. Dabei ersetzt der Computer keineswegs die Kreativität des Designers. Es ist das Konzept der Verschmelzung von kreativem Denken, Unternehmens-Know-how und künstlicher Intelligenz, dass den A.I.Chair zu dem macht, was er ist: ein komfortabler Stuhl, der strukturelle Festigkeit und Solidität aufweist und vorrangige Werte von Kartell erhält: ein mit Spritzguss hergestelltes Industrieprodukt mit großer ästhetischer Qualität. A.I. besteht aus 100 % recyceltem, thermoplastischem Technopolymer, gewonnen aus reinem und nicht durch andere Materialien verunreinigtem Abfallmaterial. Ermöglicht wurde dies durch die heutige Technologie, die den Einsatz von Produktionsrückständen erlaubt. Und das garantiert die ästhetische Qualität und die strukturellen Anforderungen des Produkts.

A.I. FOR KARTELL BY STARCK, POWERED BY AUTODESK from STARCK NETWORK on Vimeo.

 

A.I.Chair

A.I.Chair gibt es in verschiedenen Farben. Die Form besitzt angedeutete Armlehnen und zwei filigrane Stützen, die aus der Rückseite der Stuhllehne wachsen und in zwei Stuhlbeinen münden. Die Form ist Philippe-Starck-like. Sein Statement dazu lautet: „Der Stuhl A.I. steht am Anfang einer großen Freiheit – einer umwälzenden Veränderung, wie sie menschengemachte Revolutionen gar nicht mehr bewirken könnten.“ So werden Programmierer zur Schnittstelle zwischen Designer und Computer. Sie haben den Code geschrieben für die, im Rechner erzeugte Kreativität.

„Der Einstieg von Starck ins Projekt war ein Entstehungsprozess“, so Arthur Harsuvanakit, Senior Designer des Forschungsteams von Autodesk. Er und sein Team waren die Mensch-Maschine-Dolmetscher, durch die Starck lernte mit der Software umzugehen und die Software lernte von seinem professionellen Designgeschick, umgesetzt in entsprechende Programmiersprachen wie Python oder C++.

Für die Formfindung und Kontaktpunkte dienten frühere Stuhlmodelle von Starck wie, Louis Ghost. Durch deren Vorgaben errechnete der Computer verschiedene Varianten eines Stuhls. Ganz klar, anfangs war der Stuhl noch unbequem. Hier ist eben der Designer gefragt. Problem Nummer zwei galt dem Materialverbrauch. Im Spritzgussverfahren wird der Werkstoff verflüssigt und in eine Form gespritzt für die Massenproduktion zu geringen Kosten. Der Computer muss somit den optimalen Verbrauch lernen und einen stabilen Stuhl garantieren. Ein Lernprozess des Computers, ein ständiges Ausprobieren. Der Designer muss dabei die angestrebten Parameter wie, statische Belastbarkeit äußerst präzise kommunizieren. Das Ergebnis ist ein stabiler und ästhetisch ansprechender Stuhl, der rechnerisch mit minimalen Materialverbrauch auskommt. 

 

Kartell A.I.Chair made by Philippe Starck designed by Künstliche Intelligenz

Autorenloses Design wird es in der Zukunft somit nicht geben. Mit neuen Arbeitsprozessen und entsprechenden Werkzeugen ändern sich jedoch die Rollen und Aufgaben von Gestaltern und Produktentwicklern. Neue Materialien und Schritte vom Entwurf zur Fertigung sind zukünftige Herausforderungen für Designer, um Ressourcen und Arbeitszeit zu sparen. Ein spannender und herausfordernder Prozess mit künstlicher Intelligenz als Werkzeug. Gestaltung ist dabei die Übersetzung kultureller und sozialer Probleme in technische Möglichkeiten. Der Designer ist dabei die Schnittstelle zwischen künstlicher Intelligenz und einer, seiner Designaufgabe entsprechenden Kommunikationsfähigkeit.

A.I.Chair wurde auf dem Salone del mobile 2019 in Mailand erstmalig sehr erfolgreich vorgestellt und 2020 zur imm cologne im Flagshipstore Kartell.

A.I.Chair steht für eine gute Umweltbilanz made by Philippe Starck.

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Titelbild: Kartell

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